Was ist Ableismus?

Ableismus, der

Ableismus ist,

  • wenn du auf der Straße einfach angefasst wirst, wegen etwas, was andere als Beeinträchtigung sehen, angeblich, um dir zu helfen.
    Beeinträchtigung heißt, dass jemand zum Beispiel schlecht sehen, hören, gehen oder lernen kann und das über längere Zeit so bleibt.

  • wenn jemand sagt: „Toll, wie du trotz dieser Beeinträchtigung klarkommst.“

  • wenn du wegen etwas, was andere als Beeinträchtigung sehen, nur in einer Behindertenwerkstatt arbeiten darfst und weniger als 2 Euro pro Stunde bekommst.

  • wenn Städte und Gebäude so gebaut sind, dass du dich wegen etwas, was andere als Beeinträchtigung sehen, nur schwer oder gar nicht selbstständig bewegen kannst.

  • wenn in der Politik oder in wichtigen Gruppen, die Entscheidungen treffen, fast keine Menschen mit Behinderung mitmachen dürfen.
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Diese Beispiele zeigen: Ableismus ist kein Zufall. Er passiert immer wieder und folgt bestimmten Mustern.
Viele Dinge in unserer Gesellschaft sorgen dafür, dass Menschen mit Behinderung schlechter behandelt oder ausgeschlossen werden.
 Das bedeutet:

  • Ableismus ist keine einmalige Sache.
 Er passiert immer wieder.
 Das liegt daran, dass in unserer Gesellschaft viele Dinge miteinander zu tun haben und ein Problem oft zum nächsten führt.

  • Schon als Kinder lernen wir bestimmte Vorstellungen darüber, was wir glauben sollen.
 Zum Beispiel: „Menschen mit Behinderung haben ein trauriges Leben.“
  Solche Vorstellungen sind falsch, aber sie bleiben oft im Denken der Menschen.
  • Auch Regeln, Gesetze, Schulen und Gewohnheiten tragen dazu bei, dass Menschen mit Behinderung Nachteile haben.

Ein Beispiel ist die Schule: Viele Kinder mit Behinderung dürfen nicht auf die sogenannte „Regelschule“
 gehen. Das ist eine Schule, auf die Menschen ohne Behinderung gehen.
 Sie müssen auf sogenannte Förderschulen. Dort können sie meist nur niedrigere Abschlüsse machen.
 So haben sie später weniger Möglichkeiten im Leben.


Wie sich Ableismus selbst erhält:
 Viele dieser Dinge hängen zusammen und verstärken sich gegenseitig.
 Wenn Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit, also dort, wo viele Menschen etwas sehen können, kaum vorkommen, können andere ihre falschen Vorstellungen nicht ändern.
 So bleiben diese falschen Ideen bestehen, und dieselben Menschen werden weiter ausgeschlossen.


Gewalt durch Ableismus:
 Ableismus zeigt sich nicht nur im Alltag. Er kann auch zu Gewalt führen.
 Das Projekt „Ableismus tötet“ zeigt seit 2021, dass Menschen mit Behinderung in Heimen manchmal sehr schlecht behandelt oder sogar getötet werden.
Dort gibt es oft große Unterschiede darin, wer etwas bestimmen darf, zwischen den Leuten, die in den Heimen arbeiten und den Bewohner*innen.
 Und es gibt gefährliche Vorstellungen, zum Beispiel, dass das Leben solcher Menschen „nicht lebenswert“ sei.
Solche Ideen erinnern an schlimme Zeiten im Nationalsozialismus.

Warum Ableismus uns alle betrifft:
 Unsere Gesellschaft achtet oft darauf, was jemand tun oder schaffen kann.
 Wer viel schafft, bekommt mehr Respekt und darf häufiger mitreden. 
Das betrifft nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch alle anderen Menschen. 
Darum wird das Wort Ableismus heute manchmal weiter benutzt:
 Es beschreibt das ganze Denken, dass Menschen danach bewertet werden, was sie können oder schaffen.


Es ist trotzdem wichtig, den Begriff Ableismus für Menschen mit Behinderung zu benutzen, um die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung zu beschreiben und die Regeln und Gewohnheiten, die der Grund dafür sind.