Empowerment

Als von Ableismus betroffene Menschen kennen wir alle Situationen im Alltag, in denen wir Diskriminierung erfahren, und oft fühlen wir uns damit allein.

Wenn uns die Teilnahme an Veranstaltungen durch mangelnde Barrierefreiheit erschwert wird oder Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg getroffen werden, fühlen wir uns schnell machtlos, frustriert oder ausgeschlossen.

Eine Gruppe kann dann oft ein Schutzort sein, ein Raum, in dem wir Verständnis für unsere Emotionen erfahren können, weil andere genau so fühlen wie wir selbst. Wenn wir merken, dass andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben, verändert sich etwas Grundlegendes: Aus Ohnmacht wird Handlungskraft. Dieses Gefühl, gemeinsam statt isoliert zu sein, kann unglaublich bestärkend wirken. Es gibt uns die Energie, uns zu wehren, Forderungen zu stellen und für Veränderungen einzutreten. Wenn eine Gruppe Barrierefreiheit einfordert, ist es nicht mehr leicht, das zu übergehen.

Hier setzt Empowerment an:   

Empowerment bedeutet Selbstbestärkung und Selbstermächtigung, also der Prozess, in dem wir unsere eigene Stärke (wieder) entdecken, uns gegenseitig unterstützen und lernen, unsere Rechte einzufordern. Es geht darum, nicht mehr Objekt von Entscheidungen zu sein, sondern aktiv mitzuwirken und Strukturen zu verändern. Ein Leitspruch der Behindertenrechtsbewegung steht für genau dieses Selbstverständnis:

„Nichts über uns ohne uns.“

Wir kämpfen dafür, dass Entscheidungen nicht mehr ohne unsere Beteiligung getroffen werden, dass Barrierefreiheit kein „Bedürfnis“, sondern ein Recht ist, dass unsere Perspektiven endlich maßgeblich in gesellschaftliche Prozesse einfließen.

Als Verein wollen wir diese Ziele auf verschiedenen Ebenen umsetzen:

  • durch Info- und Empowerment-Veranstaltungen, in denen wir darüber sprechen, wie wir mit ableistischen Situationen umgehen und was wir dagegen tun können
  • und durch Support-Gruppen, in denen wir in einem sicheren Rahmen über belastende Erfahrungen sprechen, uns austauschen und uns gegenseitig Halt geben können.

Gleichzeitig möchten wir nach außen wirken, sichtbar, solidarisch und mit einer klaren Haltung gegen jegliches diskriminierendes Verhalten.

Denn je mehr wir sind, desto stärker können wir etwas bewegen.